Allgemein
Aufruf zur grossen Berlin-Umfrage: Was würden Sie einem Ami über Berlin erzählen?
Ende des Monats fahre ich nach Amerika und nehme dort an einer Podiumsdiskussion über “das neue Berlin” teil. Kein Problem: Ich wohne seit zehn Jahren im immer neuen, immer alten Berlin. Doch da fiel mir auf: Hoppla, es gibt viele Berlins und ich kenn nur eine. Einerseits würden die Amerikaner das gar nicht merken, andererseits frage ich mich, ob es Aspekte vom “neuen, jungen” Berlin gibt, die man doch erwähnen sollte, die ich gar nicht kenne. (DT)

Meine Frage an Euch, falls Ihr ein paar Minuten Zeit habt, darüber nachzudenken: Was würdet Ihr einem jungen amerikanischen Publikum über Berlin heute erzählen wollen? Nix historisches, nix mit Checkpoint Charlie und Reichstag… ich suche Geheimtipps, persönliche Anekdoten, Do's und Don'ts, Go's und No-Go's.
Ich freue mich auf jede Antwort. (Meine E-Mail: eric(at)ethansen.de). Ich poste sie auch im Blog und berichte auch später über die Reise und über die Reaktion in Amerika auf Eure Antworten. Euer, ETH

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Nun, es kommt darauf an, wo in Amerika du an einer Podiumsdiskussion teilnimmst. Der Bundesstaat ist entscheidend. Auch das Publikum, also das Thema des ganzen ist wichtig. Es kommt auch darauf an, ob du positive Werbung machen, oder den Zuhörern das Gefühl geben willst, dass es bei ihnen viel besser läuft. In Großstädten wie New York und Los Angeles etwa könntest du richtig punkten, indem du erzählst, dass man in Berlin schon für $ 30.000.- eine eigene Wohnung kaufen kann. Das haut die bestimmt um. Das werden sie dir nicht glauben. Wenn du sagst, dass es hier im Umkreis Gegenden gibt, die über 30% Arbeitslosigkeit haben, dann wirst du Mitleid erregen. Auch das wird sie plätten. Es ist also alles eine Frage der Örtlichkeit und des Ansinnens. Wenn du ein sehr junges Publikum hast, dann erzähl, dass man hier Likör ins Bier kippt und es unter dem Namen „Berliner Weiße mit Schuss“ als Spezialität verkauft. Das werden sie lieben. Wenn du vor Filmleuten sprichst, werden sie staunen, wenn du erzählst, dass wir hier keine Schauspielergewerkschaft haben, dass Gagen und Arbeitszeiten nicht geregelt sind. Was aber sich alle freut ist, wenn du noch mal daran erinnerst, dass wir hier Autobahnen ohne Tempolimit haben. Dafür werden sie dich anschmachten. Damit punktet man immer.
Hallo,
Ich stimme T.M. fast vollständig zu - DEN Berlin-Geheimtipp gibt es nicht - aber viele Möglichkeiten, mit Berlinern in Kontakt zu kommen - das wäre vieleicht mein “Geheimtipp”: Mal einfach nur Berliner kennen lernen - in Ost oder auch West (denn da sind viele Unterschiede).
Vieleicht unternimmt man eine Dampferfahrt (ist nicht nur für Kaffeetanten lustig) um Kontakte zu schließen.
Im übrigen: Amerika ist sehr groß.
Fährts Du nach Nordamerika oder nach Südamerika - fährt Du nach Kanada oder nach Cuba oder nach Venezuela oder Chile?
Noch ein Hinweis an T.M.: “Berliner Weiße mit Schuß” - der “Schuß” muß nicht immer Likör sein - angefangen hat alles mit frischen Kräutern, später dann wurde daraus Sirup oder Kümmelkorn und heute kann man auch Sekt oder andere Mixturen untermischen.
Stark bleiben!
D. Krüger
He Ihr beiden,
vielen Dank fuer eure Tipps! Ich habe sie als Anregung fuer weitere Recherche benutzt und nehme die vielen guten Ideen naechste Woche mit nach Boston. Vielen Dank noch mal fuers Mitmachen,
Eric