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Fußball regiert die Welt?!
Ein wenig schwierig wird es schon, dieses Thema auch nur halbwegs zufriedenstellend anzugreifen. Eignen wir uns für den Anfang den Habitus derer an, die bei der Überschrift gedacht haben, ich gäbe eine Spielprognose ab, und stürmen vollen Herzens drauflos:
Fußball in Deutschland! Alles ist voll davon. Die Zeitungen, der Fernseher, das Radio, die Münder, Ohren und Gesten der Menschen - die Träume der Kinder und die Unterhaltungen auf der Arbeit - aus der Anekdotenkiste kommen Beckenbauer und Müller mit schaurigem Gähnen gekrochen, ihre langen Schatten die Sonne jeglicher Unterhaltung verdeckend.
Fußball ist eins der Themen, über das man irgendwie schon immer geredet hat. Mein Großvater war ein riesiger Verächter von medialen Großereignissen, er konnte mehrere Stunden am Stück davon reden und kam über die Abhängigkeit der Menschen von Fernsehen und Computer zu den irrwitzigsten Themen - aber sobald irgendwas mit Fußball im Fernsehen lief, hockte er davor und war nicht mehr ansprechbar.
Diese Symptomatik setzt sich durchweg fort: So folge auch ich dem genetischen Erbe und unterhalte mich gerne, wenn auch ohne viel Sachkenntnis, über die neuesten Ereignisse zur EM. Läuft ein gutes Spiel, sitze ich davor und runzle die Stirn über die wenig sachkundigen Einwürfe meiner Freundin, das Paradoxon für mich in diesem Moment nicht ersichtlich und unwichtig, weil der Typ gleich durch ist und: TOR! Fast wie auf der Fanmeile in Berlin, wo ich… Nun ja. Details nur privat.
Soweit, so gut, jetzt wird es langsam Zeit für eine halbwegs provokante These: Wir, das heißt, wir Fußball-Liebhaber, sind ein von Medien geblendeter, extrem leichtgläubiger Menschenschlag. Wir sind die Schafe auf der Weide, das durch Brot und Spiele geknebelte Volk, die Nummern in Statistiken. Mit welcher Inbrunst und Hingabe breiten wir täglich die Ereignisse der vergangenen Gruppenspiele vor uns auf, diskutieren über die Möglichkeit eines deutschen Sieges oder bewerten Thesen, Theorien, Taktiken über Spielabläufe, Spielertransfers, Seitenauseinwurfshaltungen im großen Kontext unseres reichhaltigen Erfahrungsschatzes.
Währenddessen hält die übrige Welt selbstverständlich den Atem an. Es geschehen keine der Greueltaten, die uns das übrige Jahr vor den Fernseher bannen. All die Terroristen sind nicht mehr ganz so riesig, die Probleme eigentlich in Ordnung. Die Arbeitsmarktsituation bessert sich. Eine weiße Taube flattert vorbei, im Schnabel trägt sie einen Palmenzweig. Zwei Sekunden später wird sie von rundesten Fußball der Menschheitsgeschichte getroffen und endet als Blutfleck an der weißen Wand der Geschichte. Die Fans sind außer sich, weil das Spiel unterbrochen werden muss, während Deutschland hinten liegt.
Fünf Sekunden Spielpause für die Frage: Ist das wirklich alles so wichtig?
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Nicht der Fußball regiert die Welt sondern die Menschen die nach ihn Verückt sind… )) eigentlich regiert GELD die Welt xD ))
Anfangs kommen einem Fußballfans schon durchgeknallt vor. Schnell lässt man sich aber mitreißen von der Begeisterung im Stadion.
Ich finde: Jedem das Seine. Wer Fussball mag, soll Fussball schauen. Ich tue das jedenfalls regelmäßig.